Kirchengemeinde Christus König Marne

Während es in der Zeit zwischen Reformation und Ende des Zweiten Weltkrieges nur wenige katholische Bürger in Marne und der gesamten Südermarsch gab, stieg ihre Zahl gegen Ende des Zweiten Weltkrieges sprunghaft an, als die Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten auch in Dithmarschen zunächst wieder Heimat finden sollten. Für diese Menschen, die ihre Heimat, ihr Hab und Gut und vielfach auch ihre Angehörigen verloren hatten, bedeutete der Zusammenhalt in ihrer Glaubensgemeinschaft eine große Stütze.

Gleich nach der Währungsreform wurde der Bau eines katholischen Gotteshauses in Marne geplant. Der Entwurf dieser Kirche stammt von dem Architekten Hermann Lohne, damals wohnhaft in Meldorf. Der Bau wurde unter Mithilfe vieler arbeitsfähiger katholischer Männer in den Jahren 1948/49 ausgeführt. Durch Eigenarbeit und Spenden aus der eigenen Gemeinde erwuchs der Grundstein für das Gotteshaus. Große Geldspenden zum Bau der Kirche kamen aus einigen Gemeinden des Emslandes und Oldenburger Landes; etwa die Hälfte der Baukosten trug die Diözese Osnabrück.

Am 19. April 1949 wurde die Kirche eingeweiht. Die Kirche ist schlicht gehalten, denn sie wurde in einer Notzeit gebaut, aber sie birgt eine Kostbarkeit: es ist die holzgeschnitzte 1,70 m große Schutzmantelmadonna. Sie wurde von dem Bildhauer Otto Flath aus Bad Segeberg gefertigt und ist eines seiner schönsten Werke.

1974 wurde die Kirche grundlegend renoviert. Das in lichten Farben gehaltene Kirchenschiff erhielt einen Marmoraltar, dahinter an der Altarwand ein großes Kruzifix. Die Seitenfenster erhielten bleigefasste Glasmalereien, die die sieben Sakramente darstellen. Eine große Buntglasrosette leuchtet von der Eingangswand.  Die Eingangstür erhielt ein aus Kupferplatten getriebenes Relief des holländischen Künstlers Griesenbrock. Das Motiv auf dem linken Flügel symbolisiert entsprechend dem Namen der Christus König Kirche die Krönungszeremonie. Rechts sind die Symbole der vier Evangelisten, Engel, Adler, Löwe und Stier dargestellt.

   
© Katholische Pfarrei St. Ansgar Itzehoe