Andacht Sonntag 21.06.20

(Alle Liednummern beziehen sich auf das Gotteslob Ausgabe für die Nordbistümer Hamburg, Osnabrück und Hildesheim)

Lied: 467,1+2+5

Kreuzzeichen

Einleitung:

In diesen Corona-Zeiten beginnt eine vom Wetter her sommerliche Woche. Einerseits wollen wir den Sommer unbeschwert genießen – anderseits müssen wir die Mindestabstände und anderen Corona-Regeln wahren. Schnell können sich die Zahlen der Erkrankungen wieder nach oben steigen. In dieser unklaren Situation rufen wir Gott an um seine Stärkung und sein Erbarmen

Kyrie: 157

Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er nehme von uns Sünde und Schuld. Er schenke unseren Herzen Frieden und führe unseren Lebensweg zum ewigen Leben. Amen

Gloria: 171

Gebet:

Heiliger Gott, gib, dass wir deinen Namen
allezeit fürchten und lieben.
Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand,
der fest in deiner Liebe verwurzelt ist.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Lesung aus dem Buch Jeremia.

Jeremia sprach:

Du hast mich betört, o Herr, und ich ließ mich betören; denn du hast mich gepackt und überwältigt, Zum Gespött bin ich geworden den ganzen Tag, ein jeder verhöhnt mich. Ja, sooft ich rede, muss ich schreien, „Gewalt und Unterdrückung!“, muss ich rufen. Denn das Wort des Herrn bringt mir den ganzen Tag nur Spott und Hohn.

Sagte ich aber: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen sprechen, so war mir, als brenne in meinem Herzen ein Feuer, eingeschlossen in meinem Innern. Ich quälte mich es auszuhalten und konnte nicht.

Ich hörte die Verleumdung der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihn überwältigen und an ihm Rache nehmen können.

Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und können nicht überwältigen. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach. Aber der Herr der Heerscharen prüft den Gerechten, er sieht Nieren und Herz. Ich werde deine Vergeltung an ihnen sehen; denn dir habe ich meinen Rechtsstreit anvertraut.


Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter.

Wort des lebendigen Gottes

Antwortpsalm

Kv: Gott, in deiner großen Huld erhöre mich,
mit deiner rettenden Treue! –

Herr, deinetwegen erleide ich Hohn *
und Schande bedeckt mein Angesicht.
Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt, *
die Verhöhnungen derer, die dich verhöhnen, sind auf mich gefallen. –

Kv: Gott, in deiner großen Huld erhöre mich,
mit deiner rettenden Treue! –

Ich komme zu dir mit meinem Bittgebet, *
Herr, zur Zeit der Gnade.
Gott, in deiner großen Huld erhöre mich, *
mit deiner rettenden Treue! –

Kv: Gott, in deiner großen Huld erhöre mich,
mit deiner rettenden Treue! –

Die Gebeugten sehen es und sie freuen sich! *
Ihr, die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf!
Denn der Herr hört auf die Armen, *
seine Gefangenen verachtet er nicht. –

Kv: Gott, in deiner großen Huld erhöre mich,
mit deiner rettenden Treue! –

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.

Schwestern und Brüder!

Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod
und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten. Sünde war nämlich schon vor dem Gesetz in der Welt, aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt; dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten wie Adam, der ein Urbild des Kommenden ist.


Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheimgefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe,
die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteilgeworden.

Wort des lebendigen Gottes

Halleluja: 454

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:

Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern!

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann!

Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde
ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

Gesprächsanregungen:

  1. In der ersten Lesung denkt Jeremia über sein Prophetenschicksal nach. Biblische Propheten machen im Namen Gottes kritische Zeitansagen. Sie rufen nach Gerechtigkeit. Sie mahnen Könige und die Oberen des Volkes, sich an die Gebote Gottes zu halten. Das wird nicht gern gehört – damals wie heute. Sprechen Sie Situationen in Ihrem Leben, als Sie ein unbequemes Wort einem Mächtigeren Menschen gesagt haben. Gab es ihn Ihrem Leben mal eine Situation, in der Sie berechtigte Kritik zu hören bekamen und darauf reagiert haben.    
  2. In der heutigen Lesung aus dem Römerbrief benutzt der Apostel Paulus den Adam – Christus Vergleich, um herauszustellen, dass durch Christus das Heil für alle Menschen gekommen ist. Niemand ist davon ausgenommen. Wie denken Sie darüber?
  3. Im heutigen Evangelium hören wir das berühmte „Fürchtet Euch nicht“ von Jesus. Schon die Apostel hatten Angst vor der Öffentlichkeit zu ihrem Glauben zu stehen. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Fürbitten:

V.: Jesus Christus, du unsere Hoffnung. Wir rufen zu Dir

  1. Ermutige alle, die ein kritisches Wort mächtigen Menschen zu sagen haben. Christus, höre uns.
  1. Schenke Eltern und Schülerinnen und Schülern in den Ferien Erholung an Leib und Seele. Christus, höre uns.
  1. Erhalte bei Jung und Alt die Bereitschaft, sich auch im Sommer an die notwendigen Vorsichtsregeln in der Corona-Epidemie zu halten. Christus, höre uns.
  1. Erhalte den Zusammenhalt der Familien über die Generationen hinweg. Christus, höre uns.
  1. Vermehre die Bereitschaft bei den Schlachthofbetreibern, die Unterbringungsbedingungen ihrer Werktvertragsarbeiter entscheidend zu verbessern. Christus, höre uns.

 

V.: Herr Jesus Christus, du bist für alle Menschen in die Welt gekommen, um sie zu retten. Wir danken Dir dafür und preisen dich in der Gemeinschaft des Hl. Geistes mit dem Vater von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

Vater Unser

Lied: 456

Schlussgebet und Segen:

Gott, unser Schöpfer,

die Gegensätze in der Welt klagen uns an:

Reichtum und Not,

Hunger und Überfluss,

Sorglosigkeit und Leid,

antisemitische und rassistische Verachtung des anderen.

Hilf du uns allen,

dass wir aufhören,

die Gegensätze zu verschärfen,

und anfangen,

einander als gute Schwestern und Brüder anzunehmen.

Amen.

So segne und behüte uns der dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist

Schlusslied: 453