Andacht Sonntag 28.06.20

(Alle Liednummern beziehen sich auf das Gotteslob Ausgabe für die Nordbistümer Hamburg, Osnabrück und Hildesheim)

Lied: 461,1+4

Kreuzzeichen

Einleitung:

Christus ruft uns, ihm zu folgen auf dem Weg der Liebe und Barmherzigkeit. Wie ist es uns in dieser Woche mit der Liebe und Barmherzigkeit ergangen? War es eine Zeit, in der wir in guter Gewohnheit Liebe und Barmherzigkeit gelebt haben? Gab es besondere Herausforderungen? Gab es Situationen, in denen es uns schwergefallen ist, Liebe und Barmherzigkeit walten zu lassen? Ruf wir Gott an, dass er vollende, was wir in Liebe und Barmherzigkeit begonnen haben, und dass er zum Guten führe, wo wir gefehlt haben.

Kyrie: 151

Der allmächtige Gott erbarme sich unser. Er nehme von uns Sünde und Schuld. Er schenke unseren Herzen Frieden und führe unseren Lebensweg zum ewigen Leben. Amen

Gloria: 381, 1-3

Gebet:

Gott, unser Vater, du hast uns in der Taufe
zu Kindern des Lichtes gemacht.
Lass nicht zu,
dass die Finsternis des Irrtums
über uns Macht gewinnt,
sondern hilf uns,
im Licht deiner Wahrheit zu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung aus dem zweiten Buch der Könige.

Eines Tages ging Elíscha nach Schunem. Dort lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam.

Sie aber sagte zu ihrem Mann: Ich weiß, dass dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt,
ein heiliger Gottesmann ist. Wir wollen ein kleines, gemauertes Obergemach herrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen. Wenn er dann zu uns kommt, kann er sich dorthin zurückziehen.

Als Elíscha eines Tages wieder hinkam, ging er in das Obergemach, um dort zu schlafen. Und als er seinen Diener Géhasi fragte, was man für die Frau tun könne, sagte Géhasi: Nun, sie hat keinen Sohn und ihr Mann ist alt.

Da befahl er: Ruf sie herein!

Er rief sie und sie blieb in der Tür stehen.

Darauf versicherte ihr Elíscha: Im nächsten Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn liebkosen.

Wort des lebendigen Gottes

Antwortgesang 424,1+5

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom.

Schwestern und Brüder!

Wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, sind auf seinen Tod getauft worden. Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.


Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde,
sein Leben aber lebt er für Gott.

So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.

Wort des lebendigen Gottes

Halleluja: 174,5

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln:

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.

Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten.


Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt,
weil es ein Jünger ist – Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

 

Gesprächsanregungen:

  1. In der ersten Lesung aus dem zweiten Buch der Könige hören wir eine Geschichte vom Propheten Elischa. Aber diese Geschichte ist auch die Geschichte von einer Frau und einem, deren Kinderwunsch sich nicht erfüllt hat. Fühlen Sie sich in deren Situation ein. Vielleicht kennen Sie auch ein Paar in Ihrer Nähe, dem es ähnlich ergeht. Sprechen Sie bitte miteinander darüber.
  2. In der heutigen Lesung aus dem Römerbrief erinnert der Apostel Paulus an die Taufe. Wir haben Anteil an Christi Tod und Auferstehung. Das Wandeln im neuen Leben bedeutet, dass wir jetzt schon so leben können, wie es im Himmel einmal sein wird. Christliches Leben auf Erden bedeutet die Vorwegnahme des Himmels hier und heute. Welche Erfahrung machen Sie damit, wenn Sie so handeln? Was hindert Sie daran, so zu handeln?
  3. Den ersten Abschnitt im heutigen Evangelium könnte auch ein Fundamentalist seinen Anhängern zurufen. Hat Jesus nun fundamentalistische Züge? Jesus verändert Werthierarchien. Die Familie steht für ihn nicht an oberster Stelle, sondern das Leben in seiner Nachfolge als ein Leben der praktischen Gottes- und Nächstenliebe. Das mag erst einmal erschreckend klingen. Aber wir wissen, dass eine Familie Ort gelebter Liebe sein kann. Und eine andere Familie ist Ort der Gewalt und des Hasses untereinander. Oder eine andere Familie ist eine Mafiafamilie, die viel Leid über außenstehende Menschen bringt. Sprechen Sie miteinander über diese Relativierung der Familie durch Jesus.

 

Fürbitten:

V.: Jesus Christus, du rufst die Menschen, in deiner Nachfolge zu leben. Wir rufen zu Dir

  1. Entmächtige die Angst, die Menschen daran hindert, auf Erden aus dem Geist des Himmels zu leben. Christus, höre uns.
  1. Bewahre alle Menschen davor, fundamentalistischen Versuchungen zu folgen. Christus, höre uns.
  1. Steh allen Paaren bei, deren Kinderwunsch unerfüllt geblieben ist. Christus, höre uns.
  1. Erhalte bei Jung und Alt die Bereitschaft, sich auch im Sommer an die notwendigen Vorsichtsregeln in der Corona-Epidemie zu halten. Christus, höre uns.
  2. Dränge die Schlachthofbetreiber, die Arbeits- und Unterbringungsbedingungen ihrer Werktvertragsarbeiter jetzt entscheidend zu verbessern. Christus, höre uns.

 

P.: Herr Jesus Christus, du verwandelst unsere Welt. Wir loben und preisen Dich jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Vater Unser

Lied: 445

Schlussgebet und Segen:

Gütiger Gott,

durch die Taufe gehören wir Christus an.
Lass uns Frucht bringen

in der Liebe und Barmherzigkeit.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

So segne und behüte uns der dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist

Schlusslied: 468